Farbfilme C-41 Negativfilme zuhause selbst entwickeln

Immer wieder heisst es, dass es sehr kompliziert sei, Farbfilme im C41-Prozess zuhause selbst zu entwickeln. Absoluter Quatsch. Jeder, der in der Lage ist, Schwarzweiss-Filme zu entwickeln, sollte es auch problemlos schaffen, Farbfilme zu entwickeln. Das Meiste, was man dazu braucht, hat man sowieso schon zuhause, wenn man Schwarzweiss-Entwicklung macht.

Was braucht man also, um die  C41 Farbentwicklung selber zuhause durchzuführen?

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Ja, und dann kann es eigentlich schon losgehen. Mit dem Tetenalkit ist innerhalb kürzester Zeit die Chemie in den 3 benötigten Flaschen startklar (das kit reicht zur Entwicklung von 12 Filmen!). Dann warmes Wasser in die Plastikkiste (am Besten schon vorgewärmt aus dem Wasserhahn), dann die Aquarienheizung einhängen, die drei Flaschen mit der Fotochemie ins Wasser stellen, und der ganzen Mischung viel Zeit lassen, dass alles auf die gewünschte Verarbeitungstemperatur von 30 Grad Celsius kommt.

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Ist die Temperatur erreicht, kann es auch schon losgehen. Anders als bei S/W Filmen empfiehlt es sich, den in der Entwicklerdose eingelegten Film vorzuwässern, damit dieser auch auf die 30 Grad Temperatur kommt. Einfach einen halben Liter von dem 30 Grad warmen Wasser einfüllen, 5min vorwässern, danach kann dann auch schon der Entwickler rein.

Die genauen Schritte zur Entwicklung incl aller Zeiten findet Ihr in dem kleinen Heftchen, das dem Tetenal Kit beiliegt, oder aber auch HIER im PDF der Anleitung zum Tetenal Color Rapid-Kit. Gleichmässiges Kippen nicht vergessen!

Was vielleicht an dieser Stelle noch anzumerken ist, weil es sich eben vom S/W Prozess unterscheidet: C-41 Filme entwickelt man immer mit den gleichen Zeiten, vollkommen unabhängig von ISO oder Filmart, so kann man also problemlos auch zwei Filme unterschiedlicher Empfindlichkeit in einer Dose entwickeln.

Ihr seht also: Alles nicht so kompliziert, finanziell absolut übersichtlich, und problemlos zuhause machbar. Traut Euch!

Kommentare

Kommentare

3 Gedanken zu „Farbfilme C-41 Negativfilme zuhause selbst entwickeln

  1. Thomas Antworten

    Es ist leider nicht ganz so einfach, wie du das hier beschreibst einen C-41 Film zu Hause zu entwickeln. Naja, du hast ja die wichtigsten Details auch weggelassen ;). Eigentlich alles wichtige.
    Für Lomo mag das ja so noch gehen, aber wenn es dir auf Qualität und Farbe ankommt, kannst du es komplett vergessen.
    Also Lomo Ja, sonst Puh :).

    Es gibt so viele Faktoren, die den Prozess beeinflussen wie Temperatur, Zeit, Entwicklerkonzentration, Ph Werte, Alkaligehalt und es gibt ein Gleichgewicht von entwicklungshemmenden und fördernden Stoffen. Und 38 Grad wie ich oft gelesen habe (bei dir nicht) ist schon ziemlich heftig. Man sollte den Entwickler nicht kochen, der ist da sehr empfindlich und geht schnell kaputt. 35-36 Grad reichen. Man muss dann halt die Zeit anpassen. Ok, du nimmst 30, das ist eigentlich wieder zu wenig. Hat mit Standard nichts mehr zu tun. Nach 13 Jahren im (profi) Labor kannst du mir das glauben.
    Die Aquarimheizung ist eine gute Idee. Ich rate dir auch zu einem analogen Laborthermometer.
    Auch Farbfilme kann man pushen oder pullen.
    Die C-41 Filme selbst verzeihen aber schon einige Fehler und zeigen dir auch bei Fehlern oft noch ein Bild (wie auch immer das qualitätsmäßig ist…).
    Vermutlich auch daher deine Erfolge.
    Um farbneutrale und konstante Ergebnisse zu erzielen, muss das alles penibel eingehalten werden.
    Und Konstanz in der Trommel…geht einfach technisch nicht, ehrlich.
    Und der Film wird nicht vorgewässert damit er es schön warm hat (er darf natürlich nicht grad aus dem Kühlschrank kommen, sollte Zimmertemperatur haben), nein man macht dies, damit er nicht die ganze Flüssigkeit aus dem Entwickler zieht (aus dem gleichen Grund wie auch bei S/W!) und auch um die Trommel etwas für den Entwickler vorzuheizen. Ausserdem geht der Prozess dann schneller. 5 Minuten wässern ist recht viel.
    Nach dem Entwickeln- Dose im Wasserbad rollen, nicht in der Luft kippen, sonst ist der Entwickler sofort kalt- folgt BX damit alles an Silber und Silberhalogen rausgelöst wird, dann Stabi. Zwischenwässerungen machst du, um die Entwicklung abzubremsen und die anderen Chemikalien nicht zu sehr zu verunreinigen.
    Vor dem Trocknen zwischen den Fingern vorsichtig (die Emulsion ist dann super empfindlich) abstreifen. Auf selbstentwickelten Filmen siehst du sonst oft starke Trockenflecken. Die bekommst du aber wahrscheinlich so oder so ;).
    Und vergiss einen Fön (les ich immer wieder O_O ) oder ähnliches zum trocknen. Der bläst dir den ganzen Staub auf die Emulsion.
    Von der glatten Trägerschicht bekommst du Trockenflecken übrigens gut mit IPA weg (Isopropanol).
    Ganz wichtig: Handschuhe anziehen!!
    Die Chemikalien sind super aggressiv (hoher Ph Wert beim Entwickler, stark korrosives BX und alles ist sowieso stark allergiefördernd, giftig und tödlich für Wasserorganismen). Und die Altchemie bitte schön zum Wertstoffhof bringen.
    Vielleicht hilft dir ja der eine oder andere Tipp oder Information. Weiter viel Erfolg ;).

  2. Pingback: Wie werden Filme eigentlich analog entwickelt? | yourfoto.de

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