Die LEICA S Typ 006 – Test – Digitales Mittelformat – für wen ist das geeignet?

Ja, verdammt – ich war neugierig auf die Leica S (Typ 006), weil ich schon seit Jahren (Jahrzehnten? Gottogott!!) das Mittelformat und diesen “Mittelformat-Look” so liebe. 

Ich hab diverse Mittelformat – Kameras gehabt, von der Mamiya 645 zur 645 Pro TL zur 645AF bis hin zur Mamiya RZ67 Pro – alles rictige “Panzer” der Fotografie, alle richti schön im Mittelformat – Look – aber alle analog.

Dank ALEX von Görlitz Fotografie konnte ich mir den Traum erfüllen und wenigstens mal leihweise mit einem digitalen Mittelformat Boliden fotografieren – DANKE Alex!

 

Hier mein ausführliches Video zu dieser Begegnung der besonderen Art, für alle die keine Lust haben, weiter zu lesen, und stattdessen lieber gemütlich zuschauen…

Was für ein dicker Brummer!

Klar, dass man eine Mittelformat Kamera nicht vergleichen kann mit einer APS-C oder “Voll” (haha) Format Kamera, aber DAS ist schein eine Nummer. Zusammen mit dem Summicron S 100mm kommt man eine ganze Ecke über 2kg Kampfgewicht.

das muss man wollen. Überhaupt ist das Handling ANDERS: Es gibt nur EINEN Focuspunkt (in der Mitte) – das ist aber eigentlich bei fast allen mitteformatigen Kameras der Fall. Man muss also verschwenken – FOCUS, RECOMPOSE, RELEASE. Der Focus ist langsam, und hört sich seeehr mechanisch an, überhaupt ist alles sehr langsam – modern sagt man dazu wohl “entschleunigt”.

 

Keine Kamera für Hochzeiten und Knipsikram

Oh Wunder – das Ding ist nix zum Knipsen auf einer Hochzeit oder für Kinderfotos im Zoo, und auch nix für den Gelegenheits – Instagramer. Das Ding ist was für Leute, die es ernst meinen mit der Fotografie.

 

Wo kann man eine Leica S denn sinnvoll einsetzen?

Die Kamera ist gemacht für Profis die unter kontrollierten Bedingungen arbeiten: Wenn Du zum Beispiel gescribbelte Kampagnen shootest, viel vom Stativ aus arbeitest, oder eben im Studio viel Licht hast, ist die Kamera ein Traum. Draussen und für Fashion sicher auch, oder für Katalog / Editorial – aber daran denken: die Kamera ist langsam, der Workflow ist es auch!

 

Und der Sensor?

Der Sensor ist grösser als Kleinbild – aber auch nicht so gross, wie das “echte Mittelformat” – ich hab mal diese Gegenüberstellung der Sensorgrössen gemacht. Trotzdem ist es so, dass der Look sich DEUTLICH unterscheidet vom Kleinbild – und erst Recht vom APS-C Look.

Der LEICA – Look: Was ist das eigentlich?

Der Leica – Look ist ja in der Foto-Szene legendär, und immer etwas schwer zu greifen. Die einen machen es am Look des Noctilux 0.95 50mm fest – das trifft es aber nicht – das ist AUCH “Leica Look”, aber den Look macht vieles andere eben auch aus. Klar ist es das Thema “Freistellung” – die lichtstarken Brennweiten und deren Wirkung. Die Imperfektion der Fotos, die eben nicht so “Sigma-Scharf” sind, wie man es von anderen Herstellern kennt, vielleicht sind es Blurs von den Gläsern, das besonders weiche Bokeh… aber immer sind es auch die Farben. Und die FARBEN sind bei der Leica S nochmal “mehr Leica Look” als bei anderen Leicas – denn der Sensor ist ein CCD Sensor, und der zeichnet Farben eben anders, wie man hier im Vergleich zu Bildern aus der SL(2) sehen kann:

Die Bilder aus der Leica S haben mehr “Leica-Look”, mehr Wärme, sind weicher. Schöner. Leica Look eben 🙂

 

Fazit LEICA S (Typ 006)

Sagen wir es so: Ich habe sie wieder zurückgeschickt. Aber eigentlich nur, weil mir das Geld fehlt, so ein Stück einfach mal zu behalten zum Spass. Für meine berufliche Fotografie habe ich weiterhin die Leica SLs, und die machen den Job gut. Ich habe leider auch nicht die Kunden, die mir einen ganzen tag Zeit lassen, um 3 Bilder für eine Kampagne zu fotografieren. Lifestyle Fotografie ist anders, schneller. Da passt die S leider nicht wirklich rein. Ich werde sie aber im Auge behalten, und irgendwann… rufe ich wieder beim Alex an…

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