MQ8_2013 - Arbeitskopie 2

Warum ich die FujiFilm X-Pro 1 trotzdem liebe…

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Okay, ein Blick zu den Blogger und Fotografenkollegen zeigt: Die Fuji X-Pro 1 kann ALLES, und wenn man mal ein Bild mit dem Ding gemacht hat, schmeisst man sofort seine zigtausend Euro teuren DSLRs weg, auch die ganzen tollen 1.4er Linsen braucht kein Mensch mehr, das geht jetzt alles mit den doch recht wenigen verfügbaren (hochwertigen) Objektiven – und das sogar alles noch viel besser, schneller und schicker…

Also hab ich mir so ein Ding bestellt – und zwar im Kit mit dem 1.4/35 – und das auch noch zu einem vergleichsweise günstigen Preis (wenn man davon bei 1.400,- für eine Systemkamera überhaupt reden möchte). Mein Ansinnen für die Kamera war allerdings niemals, meine geliebte D4 oder D800 abzulösen, sondern ich wollte eine vergleichsweise kleine Kamera haben, die aber trotzdem tolle Bilder macht, wenn man mal mit Family und Co unterwegs ist, oder eben aus anderen Gründen keine 25kg Ausrüstung mit sich herumschleppen möchte.

Hier nun mein erster Eindruck: ehrlich gesagt ein wenig geerdet, nach den ganzen Lobeshymnen und dem dauernden “ich schmeiss alles weg” – Gerede von den Leuten habe ich folgendes bereits nach wenigen Bildern bemerken müssen:

1.) Rauschen ab ISO 800 DEUTLICH
2.) Parallaxenfehler macht den OVF komplett unbrauchbar bei Entfernungen unter 25m (und jetzt sagt nicht, ich soll dieses nutzlose “schätzeisen-Hilfsfeld” einschalten, bleibt alles banane finde ich)
3.) EVF ist keine “Offenbarung” sondern ein schlechter Kompromiss
4.) Verschieben der AF-Felder hätte man kaum schlechter lösen können, warum muss ich da noch nen Knopf drücken vorher?
5.) AF deutlich langsamer als erwartet (auch mit neuer Firmware auf Gehäuse, Objektiv und Kameragurt)

Aber:
6.) HAMMER Haptik, fast sich super an!!
7.) schön unauffällig und kompakt


Und trotzdem: ich habe das GENAU SO erwartet, und musste doch ein wenig grinsen. Dass man mit so einer Kamera ALLES fotografieren KANN, ist vollkommen klar, schliesslich KANN man auch mit nem iPhone ALLES fotografieren – sieht halt nur blöd aus, und das Handling ist nix – und DA ist die X-PRO nun definitiv dichter an der Nikon als am iPhone :)

Ich habe die X-Pro ja nie angeschafft, um eine Nikon zu ersetzen, sondern dafür, eben dann, wenn ich die dicken Dinger nicht dabei haben kann oder will eine Kamera zu haben, die mir anständige Ergebnisse liefert, und mit der ich auch mal offenblendig arbeiten kann – genau das erfüllt das Ding für mich. Ich hatte allerdings erwartet dass diese Parallaxenverschiebung des optischen Suchers nicht ganz so heftig ist, zur Zeit liege ich trotz aktiviertem Hilfs-AF bei ca. 87,25% aller Aufnahmen voll daneben – klar, ist wie mit nem verbogenen Luftgewehr am Jahrmarkt – da muss man auch erstmal wissen, wo man hinzielen muss, um die Rose zu treffen, und nicht die Verkäuferin.

Warum ich sie trotzdem so sehr liebe?
Sie ist wunderschön, passt gut zu mir, fasst sich toll an,  ich will und werde sie nie loslassen, und will sie immer und überall dabei haben…

…und ausserdem kann, muss und soll Liebe nicht immer vernünftig sein…



(Nein, ich zeige hier keine Vergleichsbilder, und Laborschüsse, das können andere doch eh besser)
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