Die Leica M6 – alte Liebe mit Seele.

Okay, ich gebe es zu: mal wieder habe ich mich mitreißen lassen – von analogen Bildern. Auch. Und von Marc.

Okay, zugegeben, das ist nun wirklich kein Grund, mal wieder etwas neues Altes zu kaufen, schließlich fotografiere ich schon sehr lange (eigentlich seit meiner Jugend) analog, mit immer anderen Kameras. Im Kleinbild-Format hatte ich immer ein paar Nikons, als Letztes die Nikon FA, die ich eigentlich sehr mochte – und doch war ich mit den Ergebnissen und dem Handling nie so wirklich zufrieden. Warum? Dafür gibt es keinen technischen Grund, es war einfach „gehtso“.

Leica hat schon immer einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt – wohl auf jeden, der sich mit der Fotografie beschäftigt. Die Andersartigkeit in der Handhabung, diese Reduktion auf das, was man wirklich braucht, und ja, klar – auch der Mythos. Dann hat zu allem Überfluss noch einer der Fotografen, die ich besonders schätze mit Leica angefangen, und lag mir damit ständig in den Ohren. Danke, Marc! Zu allem Überfluss waren die Bilder, die er mir zeigte einfach „irgendwie anders“, hatten Seele, Charakter. Nun habe ich mir ja schon einige Gedanken dazu gemacht, was es mit der Seele der Fotografie so auf sich hat, und warum gerade die analoge Fotografie aus meiner Sicht eben mehr Seele hat, als die Digitale. Irgendwie wurde mir im Zuge dieser Gedanken klar, dass eine Leica, und die Leica Philosophie die  logische Kamera im Bereich Kleinbild ist, um so zu fotografieren, wie ich es möchte, wenn ich analog arbeite: Reduziert auf das pure Bild.

Leica M6 in use

 

Die Leica M6 war deshalb für mich die erste Wahl, weil sie doch schon verhältnismäßig „modern“ ist, und über einen eingebauten Belichtungsmesser verfügt, was mir persönlich wichtig war, um nicht zusätzlich noch mit einem Belichtungsmesser arbeiten zu müssen. Das mag ich zwar gerne, wenn ich beispielsweise mit der Mamiya RZ67 arbeite, aber die Leica sollte für mich eine „Alltags-Analoge“ sein, die ich auch ohne weiteres mal als einzige Kamera mitnehmen kann. Die M7 – die als eine der letzten analogen Kameras noch immer neu zu kaufen ist – war mir schlichtweg zu teuer, und auch fast schon wieder zu modern. Der Belichtungsmesser der M6 ist lediglich eine kleine „Lichtwaage“ (mit LEDs), die zeigen, ob die eingestellten Werte zu einer über- unter- oder zu einer korrekten Belichtung führen. Mehr brauche, mehr will ich in einer solchen Kamera nicht.

Beim Objektiv entschied ich mich nach langen Diskussionen und vielen Gedanken für ein Carl Zeiss 2/50. Ein „Standard-Objektiv“, das in Leica Kreisen wohl als „preiswert“ bezeichnet werden kann.

Gestern nun habe ich den dritten Film belichtet, und bin noch immer ganz im Bann dieser einfachen, soliden Technik, dem schlichten „clicks“ beim Druck des Auslösers, dem leichtgängigen Filmtransport, dem fummeligen Filmeinlegen, dem verschrobenen Scharfstellen…

Ich bin ganz einfach erlegen einer Kamera, die so anders ist, als alles, was ich bisher hatte, die so viel Charakter hat, und Bilder macht, die nicht perfekt sein wollen – weil sie analog sind. Weil sie eine Seele haben.

 

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