ciao ciao, my love…

Es ist vorbei. Für immer. Jetzt aber wirklich. Echt jetzt. Nee, wirklich. Gefühle hin oder her – es macht keinen Sinn mehr.

Jahrelang habe ich Dir die Treue gehalten, habe Dich immer geliebt, Dich trotz Deiner Macken und der Probleme liebevoll auf Händen getragen. War einer, der auch in den härtesten Zeiten immer zu Dir gestanden hat, der immer gesagt hat dass es am Ende eben doch immer die Emotionen sind die zählen… …doch es hat nicht gereicht!

Kennt Ihr?

Also die Sache mit der analogen Fotografie?

Es ist mir sehr schwer gefallen, diese Entscheidung zu treffen, weil ich doch noch immer ein grosser Verfechter der analogen Fotografie war (und auch ein bisschen noch bin). Ich habe diverse analoge Kameras gehabt in meinem Leben – und bis vor Kurzem waren es wohl die Highlights im Leben eines jeden analogen Fotografen: Die Mamiya RZ67 und die Leica M6. Die wohl schönsten analogen Kameras, die je gebaut worden sind. Ich habe selber entwickelt (Schwarzweiss und auch Farbe), getrocknet, aufgehängt, zerschnippelt, gescannt, geflucht, gehasst und geliebt…
Und auch wenn ich im letzten Jahr so viel fotografiert habe, wie lange nicht mehr, standen meine analogen Lieblinge fast das komplette Jahr in der Vitrine (jaja, lacht nur – ich habe eine Vitrine, auch wenn ich mich immer so lustig mache, über die, die ihre Kameras in der Vitrine stehen haben – bei mir steht halt nur drin, was nicht benutzt wird… ach so, bei „denen“ ja auch…). Die M6 hat im letzten Jahr nicht viel mehr Filmmaterial belichtet, als das, was Markus in seiner „Woche mit der Leica M6“ belichtet hat. Ich selber habe vielleicht 2 Filme damit belichtet. Zu wenig. Gleiches gilt für die Mamiya RZ67. Ein Auslösegeräusch, das Gespenster vertreibt (und Models zusammenzucken lässt) – der Spass am (sündhaft teuer zu betreibenden) Polaroid-Back – auch die RZ67 hat es im letzten Jahr vielleicht auf 2 Filme plus 2 Pola-Filme gebracht – auch das zu wenig.

Und warum?

Naja, ganz einfach: Weil meine jetzigen Kameras – ganz besonders die Leica M9 – mir genau das geben, was ich immer wollte – es ist ein wenig wie „analoge Fotografie ohne scannen“ – und wer sagt, dass ihm die Scannerei Spass macht, lügt! Die M9 benimmt sich eigentlich fast genau so, wie eine M6 (oder eine M7 um genau zu sein) mit einem angebauten digitalen Rückteil. Die Bilder haben ihren eigenen Look, alles fühlt sich „so gut“ an, wie bei einer analogen – und deshalb war es einfach nicht mehr nötig, die „echte Analoge“ zu benutzen – für die Emotion allein jedenfalls nicht. Für das bisschen Retro war mir ehrlich gesagt seit dem letzten Jahr der „Umweg“ über den Film zu gross, zu langsam, zu zeit-intensiv, zu fehler-anfällig.

Und jetzt?

eBay. Foren. Marktplätze. Weg. Meine Mamiya RZ67 hat schon einen wirklich tollen, neuen Besitzer gefunden, die M6 ist gerade auf der Suche danach. Scanner ist abgebaut und fotografiert – tja und dann ist da noch das ganze Labor-Zeugs, das wird in den nächsten Tagen dann auch in die entsprechenden Verkaufsplattformen überführt…

Und wisst Ihr was? Es fühlt sich gut an.
Weil das schlechte Gewissen gegenüber den analogen Kameras nicht mehr da ist, sie nicht zu nutzen.
Weil…
…es wird mir fehlen, aber es ist wirklich gut so.

 

„Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck“

1784 since feb 2016 3 views today

Kommentare

Kommentare